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Rhabarber

Gemüse zum Dessert.

Wer mag das nicht? Ein leckerer Rhabarber-Kuchen oder eine erfrischende Rhabarber-Saftschorle im Sommer. So wie wir Rhabarber verwenden, lässt sich vermuten, dass es eine Frucht ist. Rhabarber (Rheum rabarbarum) ist jedoch ein Stielgemüse, da wir schließlich die Stangen und nicht die Blätter essen.

Rhabarberpflanze 300x182 Rhabarber

Rhabarberpflanze


Anbau

Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, die keine hohen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit hat. Er liebt jedoch die Sonne, weshalb es sich empfiehlt, einen möglichst sonnigen Standort zu wählen.

Rhabarberpflanzen können Sie über den Handel beziehen, oder aber Sie fragen jemanden, der bereits älteren Rhabarber im Garten hat ob er Ihnen im Herbst, wenn die Pflanze bereits gelbe Blätter hat, einen Teil seiner Pflanze abgeben kann. Wichtig ist, dass sie mit einigen Trieben auch den entsprechenden Teil der Wurzel ausgraben und die Pflanze dann zeitnah in der gleichen Höhe bei sich einpflanzen.

Weitere Infos finden Sie in unserem Saisonkalender.

Bei der Pflanzung ist es wichtig, dass Sie den Boden durch Umgrabung gut auflockern und Kompost mit in den Boden einarbeiten. Und danach gut wässern.


Pflege

Rhabarber ist eine äußerst gesund wachsende Pflanze, wenn man ein paar kleine Regeln beachtet. Er hat einen hohen Bedarf an Nährstoffen, weshalb er im Frühling, wenn er austreibt, wie auch nach der Erntezeit im Sommer mit Stickstoff versorgt werden sollte.

Im Winter zieht sich die Pflanze in die Erde zurück, man sollte sie jedoch vor zu viel Frost schützen. In meiner Kindheit hat meine Oma den Stallmist der Kühe auf dem Boden verteilt, aber genauso gut ist Mulch oder auch Laub. Diesen Frostschutz muss man im Frühjahr, wenn die Erde sich wieder erwärmt, entfernen, damit der Rhabarber wieder austreiben kann.

Auch nach der Ernte benötigt Rhabarber etwas Aufmerksamkeit und sollte gelegentlich gewässert werden.


Ernte

Die Erntezeit von Rhabarber ist von Mitte/Ende April bis Mitte Juni. Eine alte Bauernregel sagt, dass Rhabarber nur bis zum Johanni Tag am 24. Juni geerntet werden darf.

Die Jung-Pflanze sollte gut entwickelt sein, bevor man sie ernten kann. Daher empfiehlt es sich, der Pflanze ein Jahr zur Entwicklung zu geben. Im zweiten Jahr kann man dann etwa ein Viertel bis ein Drittel und ab dem dritten Jahr ein Drittel, bis die Hälfte der Stangen ernten.

Ganz wichtig ist, dass Sie die Stangen herausdrehen und nicht abschneiden, da die Pflanze an der Schnittstelle faulen könnte.


Besonderheiten
 

Warum darf Rhabarber nach dem 24. Juni nicht mehr geerntet werden?

Zum einen braucht die Pflanze den Sommer um sich zu regenerieren. Sie wird in dieser Zeit holzig und ist demnach auch nicht mehr wirklich genießbar.

Ein noch wichtiger Grund ist die Bildung von Oxalsäure, die für unseren Körper giftig ist. Im Frühjahr ist der Gehalt noch sehr gering und hat keinen negativen Einfluss auf uns. Er nimmt jedoch im Laufe des Frühlings/Sommers immer mehr zu. Die Oxalsäure ist auch der Grund, warum wir die Stangen und nicht die Blätter essen, in denen ein äußerst hoher Anteil gespeichert wird.

Außerdem können Sie sich merken, dass rote Stangen einen geringeren Anteil an Oxalsäure haben, als grüne Stangen und dass es gut ist, die Stangen zu schälen und sie nicht roh zu essen.


Verarbeitung und Lagerung von Rhabarber 

Rhabarber hat einen säuerlichen Geschmack, weshalb er gerne mit Süßem verbunden wird. Wir kennen ihn im Kuchen, als Kompott oder Saft. Gerne wird er auch in Kombination mit anderen Früchten als Marmelade weiterverarbeitet.

In feuchte Tücher gewickelt lassen sich die Stangen einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Er eignet sich auch sehr gut dazu geschält und klein geschnitten eingefriert zu werden.


Ernährung

Rhabarber ist reich an Vitamin C und enthält vor allem die Mineralien Magnesium, Phosphor, Kalium und Eisen. Aufgrund des hohen Ballaststoff-Anteils ist er förderlich bei Magen-/Darm-Problemen, wie z.B. Verstopfung. Jedoch sollte er nicht zu viel genossen werden. Er kann zu Magenreizungen führen und die Oxalsäure hemmt die Kalziumaufnahme. Daher nehmen Sie ruhig einen ordentlichen Schlag Sahne zum Kompott, das den Kalziumverlust auszugleicht.

Menschen, die an Nierensteinen, Rheuma oder Gicht leiden, sollten auf Rhabarber verzichten und darauf Achten sich genügend mit Kalzium zu versorgen.