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Kopfsalat / Foto: erntezeit, Beate Hüser

Kopfsalat

Der Klassiker unter den Sommersalaten.

Trotz der Vielfalt an Salatsorten war und ist Kopfsalat (Lactuca sativa var. Capitata) einer der meist verzehrten Salate. Daher ist dieser Korbblütler im Gemüsegarten auch nicht wegzudenken. Zumal sein Anbau einfach ist und man ihn auch in Töpfen auf Balkon und Terrasse anbauen kann.

Durch regelmäßiges Nachpflanzen, etwa alle 2-3 Wochen, kann man in den Sommermonaten immer frischen Salat ernten. Und wer ein Frühbeet oder Gewächshaus hat, startet dort bereits im Frühjahr und verlängert die Saison bis in den Herbst hinein. In einem beheizbaren Gewächshaus kann Kopfsalat sogar im Winter angebaut werden.

Achten Sie beim Kauf der Samen auf die Verpackungsinformationen. Oft wird darauf genannt, für was die einzelnen Sorten geeignet sind.

 

Anbau

Sie können vorgezogene Pflänzchen im Handel erwerben oder aber diese selbst von März bis Juli aus Samen in Töpfchen vorziehen. Bei der Anzucht haben Sie zwei Möglichkeiten:

1.) Sie setzen immer zwei Samen in ein Anzuchttöpfchen, da ggf. auch nur eines anfängt zu keimen. Töpfchen mit zwei gekeimten Samen müssen später vereinzelt werden.

2.) Säen Sie die Samen in eine Anzuchtschale oder ein ähnliches Gefäß. Sie können Sand unter die Samen mischen, damit Sie diese gleichmäßig auf der Erde verteilen können. Nach etwa einer Woche, wenn die ersten Blättchen zu sehen sind, müssen Sie die Pflänzchen pickieren und in einen größeren Topf pflanzen, damit sich ein Wurzelballen bilden kann.

Für die Anzucht empfiehlt es sich spezielle Anzuchterde zu verwenden, die Sie leicht andrücken. Kopfsalat ist ein Dunkelkeimer und sollte daher mit etwas Erde (0,5 bis 1 cm) bedeckt werden. Gießen Sie die Samen vorsichtig an und halten Sie diese immer feucht, aber nicht nass. Sie können dafür eine Sprühflasche oder einem Gießball verwenden. Wenn Sie kein spezielles Anzuchtsystem mit einer Licht-durchlässigen Abdeckung verwenden, sollten Sie die Anzuchtbehälter mit Folie abdecken, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Werden die Samen trocken, können diese nicht keimen. Die Keimtemperatur beträgt etwa 20°C.

Selbstverständlich können Sie die Samen, wenn die Außentemperaturen ausreichend warm sind, auch direkt ins Freiland säen und dort vereinzeln. Dies ist in der Regel ab Mitte Mai bis Mitte August möglich.

Kopfsalat bevorzugt einen lockeren kalkhaltigen, humusreichen Boden. Eine Anpflanzung ist auch auf sandigen Böden möglich, die Sie jedoch häufiger wässern müssen. Beim Setzen der Pflanzen in einem Abstand von 30 cm x 25 cm empfiehlt es sich, den Boden mit Kompost anzureichern. Achten Sie darauf nicht zu tief zu pflanzen, da der Kopfsalat ansonsten schnell faulen könnte. Am Besten, Sie pflanzen auf die gleiche Höhe wie im Anzuchttöpfchen.

Den Standort können Sie im Laufe der Saison flexibel wählen. In heißen Monaten ist ein schattiger Platz geeigneter, im Frühjahr und Herbst sollte er sonnig sein.

Kleiner Tipp: Kopfsalat mag keine extreme Hitze, weshalb er im Sommer im Freiland nicht gut keimt. Legen Sie die Samen in ein feuchtes Tuch und lassen Sie diese ein bis zwei Tage im Kühlschrank ankeimen bevor Sie es abends aussähen.

 

Mischkultur

Da Kopfsalat sehr schnell wächst, kann er auch als Vor-, Nach- und/oder Zwischenkultur auf verschiedenen Beeten angepflanzt werden. Daher ist es nicht notwendig, ein eigenes Salatbeet anzulegen. Vielmehr kann er hervorragend in die Mischkultur integriert werden. In diesem Fall müssen Sie auch nicht auf die Fruchtfolge achten. Kopfsalat ist eine typische Begleitpflanze, die zu anderen Gemüsesorten dazu gepflanzt werden kann.

Geeignete Partner für die Mischkultur sind unter anderem Bohnen, Erbsen, Erdbeeren, Fenchel, Gurken, Kohl, Kohlrabi, Möhren, Porree, Radieschen, Rettich, Tomaten oder Zwiebeln. Als Kräuter eignen sich Dill, Pfefferminze oder Ringelblumen. Nicht geeignet sind Petersilie und Sellerie.

Begleitpflanze Kopfsalat 300x225 Kopfsalat

Mischkultur Kopfsalat / Foto: erntezeit, Beate Hüser

Ein Beispiel: Zum Beginn der Saison pflanzen Sie den Kopfsalat zu Möhren, da diese lange zur Keimung benötigen. Später können Sie den Kopfsalat zum Kohl pflanzen, da dieser erst nach dem Juli reif und in der Zeit noch klein ist.

 

Pflege und Schutz

Kopfsalat mag es feucht. Gießen Sie ihn daher regelmäßig unter die Pflanze, nicht auf die Blätter. Ansonsten schießt er recht schnell.

Der Kompost bei der Anpflanzung reicht dem Mittelzehrer aus, weshalb eine zusätzliche Düngung nicht notwendig ist. Saure Böden sollten Sie jedoch zusätzlich kalken. Es empfiehlt sich den Kopfsalat zu mulchen, damit die Feuchtigkeit besser gehalten werden kann und um Beikräuter einzudämmen. Diese sollten Sie aber auch regelmäßig entfernen.

Zur Vorbeugung von Blattläusen besprühen Sie den Kopfsalat gelegentlich mit Brennnesseljauche, die auch eine leichte Düngung ist. Und da Kopfsalat eine der Lieblingsspeisen von Schnecken ist, müssen Sie auch hier entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Bei leichtem Frost sollten Sie den Kopfsalat mit Vlies abdecken, damit er sich hält.

 

Ernte 

Kopfsalat kann nach etwa 1,5 bis 2 Monaten geerntet werden. Sie können bereits kleinere frühe Köpfe ernten, insbesondere dann, wenn mehrere Kopfsalate gleichzeitig reif werden. Der beste Zeitpunkt ist, wenn der Kopfsalat einen festen Kopf gebildet hat, er aber noch nicht geschossen ist. Wenn er jedoch schießt, also Blütenansätze bildet, kann er nicht mehr geerntet werden.

geschossener Kopfsalat 300x225 Kopfsalat

geschossener Kopfsalat / Foto: erntezeit, Beate Hüser

Der beste Erntezeitpunkt ist der Nachmittag, da dann der Nitratgehalt im Kopfsalat am Geringsten ist.

 

Mondkalender 

Kopfsalat sollte an Blatttagen gesät, gepflegt und geerntet werden.

 

Verarbeitung und Lagerung 

In einem feuchten Tuch hält der Kopfsalat im Kühlschrank etwa 2-5 Tage. Ggf. müssen mehr äußere Blätter entfernt werden.

 

Ernährung 

Kopfsalat ist besonders reich an Vitamin C, enthält aber auch viel Chlorophyll, Carotin und Kalzium.

Frisch aus dem Garten können auch die äußeren Blätter gegessen werden. In ihnen ist der größte Teil des wertvollen Vitamin C enthalten, aber auch Nitrat, wenn die Pflanzen in Treibhäusern mit Stickstoffdüngung schnell hochgezüchtet wurden. Das Nitrat wird vor allem im Strunk und den Rippen gespeichert, weshalb man diese nicht mitessen sollte. Eine Folge von zu viel Nitrat-Aufnahme im Körper ist die Beeinträchtigung des Sauerstofftransports im Blut.

Ein positiver Effekt eines hohen Kopfsalat-Verzehrs: Er soll die Nerven beruhigen und damit einen entspannten Schlaf fördern.