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Blüten Holunder

Holunder

Der Zauberbaum von Frau Holle.  

Um den Holunderbaum kreisen zahlreiche Mythen und Geschichten. Unter anderem wird er in Grimms Märchen „Frau Holle“ als Zauberbaum erwähnt. Wen wundert es, wenn man bedenkt, dass Holunder eine hervorragende Nahrungs- und Heilpflanze ist und deshalb in keiner Hausapotheke fehlen sollte. Sebastian Kneipp sagte einst: „Vor jedem Holunderstrauche möge man den Hut ziehen.“

Holunder (Sambucus) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse. Neben dem uns bekannten Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) gibt es noch weitere Gattungen wie Roter Holunder und Zwergholunder. Letzterer ist jedoch giftig.

 

Anbau

Holunder ist ein Flachwurzler, der sich gerne selbst vermehrt. Er wächst als Strauch oder Baum, der 20 Jahre alt und bis zu 10 Meter hoch werden kann. Im Garten sollte er an einem möglichst sonnigen Standort ausreichend Platz bekommen. Im Halbschatten reifen Blüten und Früchte ebenso, nur etwas später.

Sie können sich Ableger eines „wild“ wachsenden Holunderbaums ziehen oder im Fachhandel eine gezüchtete Sorte erwerben. Diese haben den Vorteil, dass Dolden und Früchte meist größer sind und gleichzeitig reifen.

 

Pflege und Schutz

Holunder braucht stickstoffreiche Erde, weshalb sie ihn bei Bedarf entsprechend düngen sollten.

Auch ein regelmäßiger Schnitt ist notwendig. Insbesondere, wenn sie einen hübsch gewachsenen oder kleineren Baum bzw. Strauch haben möchten.

 

Ernte Holunderblüten 

Im Mai und Juni kann man die weißlich-gelben Dolden nicht übersehen. Sie bestehen aus einer Vielzahl von Einzelblüten und haben einen blumig-butterigen Geruch. Ihr bestes Aroma entfalten die Holunderblüten direkt nach dem Aufblühen. Der Geschmack steckt im Blütenstaub. Waschen sie daher die Blüten nach der Ernte nicht, sondern schütteln sie sie nur aus bevor sie direkt verarbeitet werden.

 

Ernte Holunderbeeren 

Ab August reifen die Steinfrüchte, die als kleine schwarze Beeren an schweren Fruchtdolden am Baum hängen.

 

Ernährung

Im Mittelalter galt Holunder als „Universalmedizin“. Die Blätter, die viele Gerbstoffe enthalten, wurden als Umschläge bei Geschwüren verwendet und die Rinde galt als Brech- und Abführmittel.

Holunderblütentee ist schweiß- und harntreibend und daher ideal bei Fieber, Erkältungen, Gicht, Rheuma sowie Haut- und Magenbeschwerden. Sie können hierfür im Frühjahr Holunderblüten sehr gut trocknen. Außerdem können sie, zum Genuss, aus den Blüten Sirup oder Gelee zubereiten.

Holunderbeeren enthalten sehr viel Vitamin C, das hervorragend der Stärkung des Immunsystems dient. Aus Holunderbeeren können sie einen Hustensaft herstellen oder Holunderbeerenmus, das auch als Abführmittel verwendet werden kann.

ACHTUNG: Roh sind Holunderbeeren giftig, weshalb sie sie niemals roh verzehren sollten. Das in ihnen enthaltene Sambunigrin, das beim Kochen zerstört wird, verursacht Übelkeit und Durchfall.